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Arbeitsgruppe BNE - Bildung für nachhaltige Entwicklung veranstaltete Podiumsdiskussion

Nachfolgend die Berichte der örtlichen Presse:

 

Quelle: Südwest Presse vom 26.05.2014 von Andreas Hacker

 

Mehr als ein Theater

Rollenspiel zum Biosphärengebiet: Einmischung erwünscht

 

Was würde aus der Ehinger Alb, käme ein Investor, der auf 20 Hektar ein 450-Betten-Luxushotel bauen wollte? Nichts Gutes, meinte die Mehrheit des Publikums bei einem Rollenspiel vor ernstem Hintergrund.

Es ist eine Fiktion, hat Alex Rothenbacher von der Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda zu dem Thema der Veranstaltung gesagt, bei der sich am Samstag sieben Jugendliche in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums in einem Rollenspiel damit beschäftigt haben, was geschehen würde, sollte eine Schweizer Hotelkette im Biosphärengebiet auf der Ehinger Alb eine Marktlücke entdecken. Doch hinter der Podiumsdiskussion, auf die sich Sophie Schlecker, Jonas Braunsteffer, Patrick Rathenow, Lukas Siegle, Heiko Springer, Florian Wieser und Ulrich Zimmermann als Touristin, Landwirt, Hotelmanager, Bürgermeister, Älbler, Naturschützer und Gastwirt mit Unterstützung der Gemeinschaftskundelehrerin Christina Schatz vorbereitet hatten, steht ein konkretes Beispiel, wie am Rand der Veranstaltung zu hören war: Die Darstellung des Interalpen-Hotels Tyrol bei Telfs im Inntal liest sich so, als hätte das zur Firmengruppe Liebherr gehörende Hotel für die Idee der Arbeitsgruppe Pate gestanden: „Sich wohlfühlen in den Luxuszimmern, auf höchstem Niveau in den Restaurants speisen und sich von der fantastischen Natur inspirieren sowie in der Wellnessoase verwöhnen lassen.“ Das 5-Sterne Superior Haus empfiehlt sich mit Annehmlichkeiten wie 5000 qm Spa, Outdoor Pool oder Golf-Indooranlage.

Es sei nicht so, sagte Lauterachs Bürgermeister Bernhard Ritzler als Moderator der Diskussion, das hier „nur ein bisschen Theater gespielt wird“, sondern es gehe darum auszuloten, was im Biosphärengebiet an nachhaltiger Entwicklung möglich ist. Nachhaltig ist für Ritzler dabei, wenn nicht mehr herausgenommen wird als nachwächst, also die Substanz des Schutzgebiets unangetastet bleibt.

Die aber gerät bei so einem Großprojekt wie dem der fiktiven Hotelkette Uri in Gefahr, machten Jonas Braunsteffer, Heiko Springer, Ulrich Zimmermann und Florian Wieser in ihren Argumentationen klar. Wobei der Landwirt, der Älbler und der Gastwirt durchaus auch sehen, was so ein Hotelneubau für Reize hat: Der Landwirt hätte nach dem Verkauf seiner Flächen wirtschaftlich ausgesorgt, fürchtet aber die Auswirkungen auf die Alb und den Zusammenhalt im Dorf. Der Gastronom sieht die Chance, dass neue Gäste angelockt werden, sorgt sich aber um die Zukunft der bestehenden kleineren Hotels. Und der Älbler freut sich, dass endlich klar werde, was für eine tolle Landschaft die Alb ist, erwartet aber, dass zuerst durch das viele Geld der Investoren und dann durch das Hotel und seine Gäste eine Riesen-Unruhe ausgelöst würde. Da blieb Lukas Siegle als Bürgermeister mit seiner Hoffnung auf mehr Gewerbesteuer, zusätzliche Arbeitsplätze und den steigenden Bekanntheitsgrad von Ehingen eher allein.

Hatte sich bei einer Probeabstimmung im Publikum vor Beginn der Diskussion eine Mehrheit von 29 zu 20 Stimmen dazu bekannt, dass ein solches Vorhaben durchaus für möglich eingeschätzt wird, ergab sich danach ein anderes Bild: Mit 34 roten bei jetzt nur noch 15 grünen Karten sagten die Teilnehmer deutlich Nein. Wobei nicht das Ergebnis wichtig ist, wie Rothenbacher sagte, sondern das Erkennen, dass unterschiedliche Interessen einem Aushandlungsprozess unterliegen. Und wie wichtig es sei, dabei mitzumachen und sich einzubringen.

 

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 26.05.2014 von Selina Ehrenfeld

 

Rollenspiel soll auf Gefahren hinweisen

Die Arbeitsgruppe für nachhaltige Entwicklung veranstaltet Podiumsdiskussion

 

Mit einer unterhaltsamen und erkenntnisreichen Podiumsdiskussion präsentierte sich am Samstagabend die Arbeitsgruppe BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) der Lokalen Agenda Ehingen in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums. Durch einen fiktiven Sachverhalt sollte sowohl auf der Bühne als auch unter Einbezug der Zuhörer eine hitzige Diskussion über ein erfundenes Bauvorhaben eines Panoramahotels auf der Ehinger Alb durchgespielt werden.

"Zwar liegt Ehingen nicht im Kernbereich des Biosphärengebiets, aber es war uns ein Anliegen, dass wir den Gedanken eines Biosphärengebietes näher bringen, weil sich viele Menschen fragen, was das überhaupt für einen Sinn hat. Auf der Bühne soll heute ausgehandelt werden, wie die Bedürfnisse der Menschen mit dem Erhalt der Natur vereinbar sein können", erklärte Alex Rothenbacher das Auftaktprojekt der Arbeitsgruppe. Moderiert wurde das Rollenspiel von Lauterachs Bürgermeister Bernhard Ritzler.

"Ich sehe hier eine riesengroße Marktlücke. Ein Hotelkomplex mit 450 Betten ist eine riesen Chance für die Wirtschaft. Vom Spa bis zum Casino und Clubräumen soll es auf 20 Hektar alles geben", stellte der Hotelmanager sein Penthouse mit Bussenblick vor. In die Debatte mischten sich nach und nach die Meinung einer Touristin, die gerade die regionale Natur schätzt, eines Naturschützers, der dieser Sache gegenüber aus ökologischen wie auch optischen Gründen negativ eingestellt war und die eines Landwirts.

Auch die Einheimischen wurden durch einen Sprecher vertreten. "Uns ist doch die Natur und die Ruhe hier so viel Wert. Das wäre durch so einen Bau gefährdet", betonte der Älbler, der dafür auch aus den Reihen des Publikums Zuspruch bekam.

Auch der Gastwirt gab einzelne Punkte zu bedenken: "So ein Hotel wirbt die Leute aus unseren Gaststätten ab, so könnten wir aussterben. Soll die Stadt doch lieber schon bestehende Gasthäuser und Pensionen unterstützen."

Die meiste Euphorie hinsichtlich des Projekts äußerte der Bürgermeister des Rollenspiels, der vor allem den finanziellen Aspekt als äußerst lukrativ ansah. "Es kommen mehr Chancen als Risiken. Es gibt Arbeitsplätze, Ehingen wird bekannter und das Geld wird fließen."

Auch ein Kompromissvorschlag, dass die Stadt lieber auf 20 kleinere Hotelbauvorhaben setzten solle als auf einen gigantischen Hotelkomplex, stieß in der Diskussionsrunde eher auf Ablehnung. "Das Rollenspiel am heutigen Abend soll kein Theaterstück sein, sondern vielmehr zum Denken anregen", betonte Moderator Bernhard Ritzler im Hinblick auf die laufende Diskussion.

Spannend wurde es dann noch zum Abschluss. Denn nachdem zu Beginn der Veranstaltung die Mehrheit der Zuhörer für einen solchen Bau gestimmt hatte, waren am Ende die meisten gegen solch ein Projekt. "Das Rollenspiel hat wohl seine Wirkung getan und ich freue mich, wenn sie das Ergebnis dieses Abends weitertragen", bedankte sich Alex Rothenbacher zum Ende der Veranstaltung beim Publikum

GaschlerAngelika 05.06.2014
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