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Arbeitskreis II – Regenerative Energieerzeugung, Effizienz und Speicherung –

LEITSÄTZE und ZIELE des ARBEITSKREISES :

 

1) Die Energiewende in Ehingen mitgestalten, d.h. Mitsprache bei elementaren Entscheidungen zwischen Stadt und dem Energieversorger.

 

2) Mit nachhaltigen Energiekonzepten die Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen durch Information, Mitbestimmung und Beteiligung.

 

3) Die Energiekonzepte müssen intelligent geplant werden z.B.

a) Energie erzeugen, wo Sie gebraucht wird

b) im Verbund die Versorgungssicherheit erhöhen

c) Einsparmöglichkeiten und Energieeffizienz verbessern

d) Energiespeicher (Wasserpufferspeicher) einbinden

 

Wir sehen Themenfelder, die je nach Quartier unterschiedlich zu bewerten sind. Priorität hat für uns das Thema innerstädtisches Nahwärmenetz.

 

Weitere Bausteine im Energiekonzept bewerten wir anhand folgender Fragestellung:

A) Was wollen wir ?

B) Welche Ansatzmöglichkeiten sehen wir ?

C) Wie stellen wir uns die Umsetzung vor ?

 

I PHOTOVOLTAIK:

 

A) Wir wollen, dass die noch vielen ungenützten Süddächer mit PV belegt werden

und damit die Eigenstromerzeugung (derzeit nur ~20 %) deutlich steigt.

 

B) Privathäuser und öffentliche Gebäude aber auch Nutzung versiegelter Flächen z.B. Carportlösungen für Photovoltaikanlagen.

 

C) Die Stadt erstellt ein Kataster dieser nutzbaren Dächer und Flächen, startet eine Werbekampagne und schreibt die Hauseigentümer an. Die Stadt soll prüfen, welche versiegelten Flächen nutzbar sind (z.B. Parkplätze am Bahnhof). Größere Projekten soll den Bürgern zugänglich gemacht werden in Form einer Bürgerenergiegenossenschaft.

 

Weiterhin wünschen wir uns eine E-Tankstelle.

 

II WIND

 

A) Ja, wir wollen Windräder an geeigneten Standorten.

 

B) Die Stadt geht mit der EnBW und in Abstimmung mit dem Regionalverband mit einem Windgutachten in Vorleistung wegen Prüfung der Wirtschaftlichkeit.

 

C) Beteiligungsmöglichkeit für die Bürger schaffen und Akzeptanz erhöhen. Vorrang der Ehinger Bürger vor externen Investoren.

 

III BIOGAS

 

A) Effizienz erhöhen und Großanlagen vermeiden.

 

B) Abwärme ins Nahwärmenetz führen (siehe Volkersheim) und privaten, gewerblichen, gemeinnützigen und kommunalen Verbrauchern zugänglich machen. Alternativ kann die Wärme zur Trocknung von Holzhackschnitzeln o.ä. verwendet werden (siehe Abschnitt Biomasse).

 

C) Stadt soll mit Biogasbetreibern/Landwirten ein Wärmekonzept entwickeln und dabei geeignete Stadt- oder Ortsteile integrieren.

 

Um die zunehmende „Vermaisung“ einzudämmen, sollten Maisfelder in Abstimmung mit den Landwirten mit Blühmischungen umrahmt werden. Ein Anreizprogramm z.B. durch Saatgut von der Stadt wäre hilfreich.

 

IV BIOMASSE

 

A) Wir sehen Städte die (nur) mit Biomasse energieautark geworden sind. Wir sehen ein Biomassekraftwerk als wichtigen Baustein im innerstädtischem Nahwärmekonzept .

 

B) Die Stadt nutzt die eigene Biomasse (Wald) und prüft die Wirtschaftlichkeit dieser Investition z.B. Nähe Sappi. Ziel ist es, dass im Innenstadtbereich sowohl Schulen und öffentliche Gebäude als auch Privatpersonen, und gewerbliche oder kirchliche Institutionen Versorgungssicherheit haben. Holzhackschnitzelanlagen können bei entsprechendem Wärmebedarf zugeschaltet werden.

 

C) Bei entsprechender Wirtschaftlichkeit schlagen wir die Gründung einer Zweckbetrieb-GmbH vor unter Einbindung mehrerer Gesellschafter (z.B Firmen, Banken, Energieversorger)

 

V WASSERKRAFT

 

A) Wir beantragen ein Energiekataster über die Energieerzeugungsmengen von unseren Flüssen.

 

B) Vorhandene Wasserkraft soll durch Optimierung bestehender Kraftwerks-kapazitäten und die Aktivierung stillgelegter Anlagen besser genutzt werden.

 

C) Bei entsprechender Wirtschaftlichkeit soll Versorgungssicherheit vor allem unserer Großbetriebe verbessert werden.

 

VI GEOTHERMIE

 

A) Geothermie in Verbindung mit eigenen Photovoltaikanlagen fördern.

 

B) Wohngebiete, welche sich für Geothermie eignen transparent machen bzw. in einem Flächenplan kennzeichnen.

 

C) Geeignete Neubaugebiete aber auch älteren Wohngebiete erschließen und mit einem Leitfaden die positiven Aspekte (Technik, Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit) der Bevölkerung erläutern.

 

VII SOLARTHERMIE + BLOCKHEIZKRAFTWERKE

 

A) Das Potenzial Solarthermie aufgrund dem Wirkungsgrad (~ 60 %) gemäß Katasterauswertung vor allem bei öffentlichen Gebäuden nutzen

 

B) Energie und Wärme produzieren und speichern, dort wo sie verbraucht wird.

 

C) Innerstädtisches Nahwärmenetz (siehe FUG Ulm) wird gespeist durch Abwärme aus Biogasanlagen und ggf. Prozesswärme der Industrie sowie Blockheizkraftwerken und Solarthermie. Gerade im Innenstadtbereich mit entsprechender Wohndichte und vielen historischen Gebäuden erscheint ein Nahwärmenetz effizient und langfristig wirtschaftlich.

 

VIII ENERGIEEFFIZIENZ GEBÄUDE und STRAßEN

 

A) Energieverbrauch von öffentlichen Gebäuden und Quartieren/Wohngebieten reduzieren.

 

B) „Energieausweis“ der betreffenden Gebäude erstellen dabei Einsparmöglichkeiten feststellen und in Wärmekataster eintragen.

 

C) Gebäude in zentrales Nahwärmenetz einbinden und viele alte, dezentrale Heizungen (z.B in historischen Gebäuden) abschalten. Energieberater muss zudem Ergänzungen (z.B. Dämmung) aufzuzeigen.

 

Insbesondere bei älteren Gebäuden hydraulischen Abgleich durchführen. Energieintensive Heizungsumwälzpumpen durch Effizienzpumpen ersetzen.

 

Beispiel Ölheizung (bisher) :

2.000 L Heizöl (20.000 kWh) = € 2.000,-

4.000 KWh Strom x € 0,25 = € 1.000,-

 

Beispiel Ölheizung mit hydraulischem Abgleich und Effizienzpumpe:

1.800 L Heizöl (18.000 kWh) = € 1.800,-

3.800 kWh Strom x € 0,25 = € 950,-

 

Jährliche Energieeinsparung = € 250,-

Amortisation in ca. 4 Jahren möglich

 

Straßenbeleuchtung noch stärker auf LED-Technik umstellen.

 

IV SPEICHERBARKEIT

 

A) die volatilen Energiearten bestmöglichst speichern.

 

B) Nutzung wirtschaftlich sinnvoller Speichermöglichkeiten z.B. Warmwasserspeicher oder Power to Gas. Technisch interessant sind auch Latentwärmespeicher aufgrund der höheren Energiespeicherkapazität.

 

C) die genannten regenerativen Ansätze sind mit der EnBW im Hinblick auf die Methan-Speicherung in ein Gesamtkonzept zu verarbeiten. Dabei Anbindung an das innerstädtische Nahwärmenetz.

 

FAZIT:

 

Die Herausarbeitung von Prioritäten und deren sinnvolle Koordination erfordert die Schaffung einer Kompetenzstelle im Rathaus als Schnittstelle zwischen Stadt + Bürgern + Energieversorger

 

Ehingen, 10.03.13

 

AK II mit abschließenden Beiträgen von Max Leicht, Jürgen Kübler, Reinhold Schmid, Alfons Köhler, Hermann Denkinger

Peter Münch 02.04.2013
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